Das soll jetzt keine Rezension sein, sondern nur meine Gedanken beim Lesen ausdrücken.
Ich mag ja Wien Krimis, aber ich bin auch schon oft enttäuscht worden. So auch hier. Als Margaretnerin kenne ich alle Lokale und Geschäfte, die die Protagonistin besucht. Daher bin ich ganz baff, was man sich alles als Kellnerin leisten kann ohne wirklich viel zu arbeiten. Vielleicht habe ich aber einen Urlaub überlesen. Bei der Spannung wäre das kein Wunder. Ich verstehe, dass bei einem „Auftragswerk“ die Geldgeber erwähnt werden, aber ein bisschen über den Margaretner Horizont könnte man schon hinausblicken. Nett finde ich die Geschichte mit der Schütte-Lihotzky Wohnung, wobei mich interessierte, ob sie zu besichtigen ist oder wirklich weitervermietet. Abschließend fällt mir ein, dass viele Tourist*innen nach Ystad fahren um auf den Spuren von Henning Mankell’s Kommissar Wallander zu wandeln. Aufgrund dieses Buches wird uns das in Margareten nicht passieren.
Mittwoch, 11. August 2010
Freitag, 11. September 2009
Leberkaese
Heute beim Spar gab's eine Verkostung der oberösterreichischen Firma L. Die Verkostungshostess, die ungewöhnlicherweise dem landläufigem Erscheinungs- und Berufsbild von Produktwerberinnen nicht entsprach, weil sie erstens weit über 40 Jahre alt war, zweitens gute zwanzig Kilogramm Übergewicht auf die Waage brachte und drittens anstelle des schicken Kostümchens einen fusseligen Pullover trug, der ihren schwerkatholischen Busen noch dick unterstrich. Trotzdem oder vielleicht sogar deswegen weckte sie mein Interesse und zwar mit den Worten "Probiern's doch den neuen fettreduzierten Leberkäs! Der is viel gesünder. Kosten's nur! Nehmens Ihnen a Stückerl, den hab i grad frisch gmacht. Sie auch der Herr (an meinen Mann gerichtet). Der hat weniger Fett. A die Kabanossi. Den ham's da mit die Baywatcher gmacht." Wir probierten das erhitzte Leberkäswürferl und befanden es für wirklich schmackhaft. Als eingefeischte David Hasselhoff-Pamela Anderson Fans nahmen wir ein Paket Käsekrainer mit.
Zu Hause kam dann die schwere Enttäuschung. Auf der Verpackung las ich: Leichter Wurstgenuss von L.:
In Kooperation mit den Ernährungsexperten von Weight Watchers Österreich entwickelte L. köstlich leichte Wurstprodukte.
Zu Hause kam dann die schwere Enttäuschung. Auf der Verpackung las ich: Leichter Wurstgenuss von L.:
In Kooperation mit den Ernährungsexperten von Weight Watchers Österreich entwickelte L. köstlich leichte Wurstprodukte.
Donnerstag, 27. August 2009
Zwei Kühe
stehen auf der der Weide. Meint die Eine:" Muuuuuhhhhhhhh!" Sagt die Zweite: " Du nimmst mir das Wort aus dem Mund!"
Samstag, 16. Mai 2009
Claudia Reiterer - Dancing Star 2009
Endlich ist es soweit - Österreich hat einen neuen Dancing Star. Darüber freue ich mich aus ganzem Herzen. Wer es geworden ist, ist für mich nicht so wichtig. Hauptsache Finale - Denn das bedeutet, dass es in diesem Jahr keine C-Prominenz Hupfdohlen mehr im Fernsehen gibt.
Dienstag, 14. April 2009
Feindbild N° 1
Ich treffe sie fast jeden morgen. Sie nimmt die gleiche Straßenbahnlinie wie ich und sie ist beim Aufzug zur Haltestelle immer um einen Tick schneller als ich. Die blonde, etwas dickliche Frau trippelte mit ihren Trippelfüßchen unter breitem Hintern in die Fahrstuhlkabine und wendet den Türen gleich den Rücken zu, damit sie nur ja keine Rücksicht nehmen muss. Sie sieht ja nicht, dass vielleicht noch jemand in die Kabine steigen will wie denn auch. Sie hat ja hinten keine Augen.
Doch heute habe ich sie ausgetrickst. Heute stand ich als erste vor der Lifttür. Natürlich fuhr ich nicht ohne sie. Ich will ja mit gutem Beispiel voran gehen. Ich beobachtete sie durch die chrom-blinkenden Teile im Aufzug. Sie maß mich von unten bis oben. Kann sie es vielleicht nicht leiden, wenn jemand mit ihr im Aufzug fährt? Möchte sie ihn ganz für sich alleine haben? Kann mir doch egal sein. Ich jedenfalls freute mich diebisch, dass mir diesmal der Lift nicht vor der Nase davongefahren ist.
Am Perron angekommen fuhr auch schon die Straßenbahn ein. Sie stieg in der Mitte ein, ich hinten. Genau zwischen uns - ein einziger freier Einzelsitzplatz. Sie hat mich eiskalt erwischt. Sie schnappte ihn mir vor der Nase weg. C'est la vie - c'est la guerre!
Sonntag, 22. März 2009
Gestern nachmittags im Filmcasino

Bereits vor der Vorstellung von "Kleine Fische" beobachte ich ein altes Ehepaar. Sie trinkt Kaffee aus einer zartgrünen Lilienporzellantasse. Die beiden unterhalten sich relativ laut. Ich konstatiere fortgeschrittene Schwerhörigkeit. Während der Werbung vor dem Film unterhalten sich die beiden noch, bei Filmbeginn kehrt Ruhe ein. Erst nach ungefähr einer Stunde meint der Mann für alle Zuseher im Kinosaal gut verständlich: "Ich glaub' der hat vergessen den Ton einschalten!" Danach gehen die beiden.
Nachtrag: "Kleine Fische" ist eine österreichische Produktion. Der Eröffnungsfilm der Diagonale 2009 handelt von zwei ungleichen Brüder und einem Fischgeschäft.
Freitag, 6. Februar 2009
Verkaufsstrategie
Ein älteres Wiener Ehepaar betrachtet eine Eduscho Auslage. Nach längerem Schauen meint Er in typisch wienerischer Grantlmanier: "Mecht mi nua interessieren, ob die an Kaffee a ham." (Gehört und gesehen heute am Wiener Graben)
Mittwoch, 7. Januar 2009
Umgewidmet
Bei meinem letzten Blog Eintrag (Shop of Horror) musste ich oft an Prinzessin Diana denken. Das ist gar nicht so sonderbar wie es scheint. Am letzten Tag unseres Parisaufenthaltes wollten wir noch das Palais de Tokyo besuchen, in dessen Ostflügel die neuesten Tendenzen der Kunst - ausgestellt für ein junges Publikum - ausgestellt sind.
Beim Metroaufgang Pont d'Alma entdeckten wir eine Gedenkstätte für Prinzessin Diana direkt über deren Todesort - einer Unterführung unter der Brücke. Eigentlich ist das Denkmal eine Kopie der Flamme der amerikanischen Freiheitsstatue und wurde zum 100-jährigen Bestehen der Zeitung "International Herald Tribune" und zum Gedenken der amerikanisch-französischen Freundschaft aufgestellt worden. Die Diana-Fans haben die Skulptur zu einer Diana-Gedenkstätte umgewidmet, klebten ein Diana-Bild auf die Flamme, legen Blumen und Kränze nieder und zünden Kerzen an.
Nur einer hat das umgewidmete Denkmal zum zweiten Mal umgewidmet. Wie auf dem Bild ersichtlich. (Inoubliable Ottmar Hitzfeld) 
Shop of Horror
Ich bin krank und liege im Bett. Ich kann nicht lesen. Ich bin unfähig mit dem Laptop zu spielen. Ich will einfach nicht allein sein, drum schalte ich den Fernseher an und lasse mich berieseln, schlafe zwischendurch immer wieder ein. Ich zappe durch die Vormittagsprogramme und was ich da entdecke ist so bizarr, dass ich mir sofort eine Notiz mache, um es später nicht als bösen Fiebertraum abzutun.
Im Teleshoppingsender „Top of TV“ präsentiert der legendäre Walter Freiwald mit feierlich-respektvoller Stimme ein Dr. Jörg Haider "In Memoriam Collection" CD/DVD-Set natürlich zu einem Sonderpreis von nur EUR 39,95 statt EUR 79,95.
Aus der Artikelbeschreibung zitiere ich wörtlich aus www.haider-singt.at
· In Memoriam an Dr. Jörg Haider
· Das ideale Geschenk zur Erinnerung an eine große Persönlichkeit
· Das TV-Original (nur hier erhalten Sie das exklusive TV-Set)
· Musik-DVD inklusive Liedtexte zum Mitsingen
· inklusive zahlreicher Fotos von Dr. Jörg Haider im Liedheft
· 14 Titel auf Musik-DVD (3 Titel gesungen von Dr. Jörg Haider)
· 20 Titel auf Musik-CD (3 Titel gesungen von Dr. Jörg Haider)
· Wundervolle Kärntner Landschaftsaufnahmen auf Musik-DVD
· Kärntens beste Chöre in Bild und Ton
· Das Highlight für alle Haider Fans und Liebhaber der Österreichischen Volkskultur
Sichern Sie sich hier exklusiv die Erinnerung an eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Republik Österreichs. Die komplette CD-, und DVD Collection in Memoriam an Dr. Jörg Haider bietet Ihnen eine Vielzahl bewegender Erinnerungen in Bild und Ton.
Sichern Sie sich jetzt Ihre persönliche Edition.
Das Beste - pro CD/DVD gehen € 1,00 an eine wohltätige Organisation im Sinne von Dr. Jörg Haider.
Dann wird noch eine Videosequenz eingespielt, in der Jörg Haider selbst die CD bewirbt, in dem er witzelt: „Wenn drei Kärntner zsammen san, sagt man das ist ein Chor!“ um dann, nach großem Lob für die vielen Kärntner Chöre, die Zuseher zum Mitsingen einzuladen. Fast schon gruselig, wenn man nicht annehmen könnte, dass die drei Lieder, die Haider da zum Besten gibt, nicht schon vor langer Zeit – vermutlich zu Wahlzwecken produziert wurden. Mein persönlicher Favorit unter den 34 Liedern ist „I trink hiatz kan Schnåps mehr“ gesungen vom - Finanzchor Villach. Wohlweislich singt Haider bei diesem Lied nicht mit, denn dieses Versprechen konnte er nicht halten.
Abschließend möchte ich aber schon noch ausdrücklich betonen, dass ich es schrecklich finde, wie man Haider nach seinem Tod glorifiziert. Denn der “Landeshauptmann der Herzen“ hat Österreich mit Worten und Taten geschadet und davon lenken weder Merchandising Produkte noch aufgestellte Marterl ab.
Im Teleshoppingsender „Top of TV“ präsentiert der legendäre Walter Freiwald mit feierlich-respektvoller Stimme ein Dr. Jörg Haider "In Memoriam Collection" CD/DVD-Set natürlich zu einem Sonderpreis von nur EUR 39,95 statt EUR 79,95.
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Abschließend möchte ich aber schon noch ausdrücklich betonen, dass ich es schrecklich finde, wie man Haider nach seinem Tod glorifiziert. Denn der “Landeshauptmann der Herzen“ hat Österreich mit Worten und Taten geschadet und davon lenken weder Merchandising Produkte noch aufgestellte Marterl ab.
Freitag, 2. Januar 2009
Wenn jemand eine Reise tut
Wenn jemand eine Reise tut,
So kann er was verzählen.
D'rum nahm ich meinen Stock und Hut
Und tät das Reisen wählen ….
(Matthias Claudius)

Den Stock habe ich zu Hause gelassen, weil ich keine Freundin des Nordic Walking Sports bin. Den Hut sowie Schal und Handschuhe habe ich nach Paris mitgenommen, denn die Quecksilbersäule im Thermometer reichte kaum über Null.
Ich kann von meiner Reise nach Paris etwas erzählen, aber eigentlich will ich mich nur über jene Touristen berichten, die vor den Sehenswürdigkeiten eine Bezugsperson platzieren, quasi als Wir-waren-wirklich-dort-Garantie.
Als Tourist/in habe ich einige Möglichkeiten eine Sehenswürdigkeit zu fotografieren. Die erste ist, den Partner oder die Partnerin vor der Sehenswürdigkeit zu platzieren, sodass man die abgebildete Person gut erkennt. Also so wie auf dem oberen Foto hier. Das Problem bei dieser Art der Darstellung ist, dass man von dem Gebäude - in unserem Fall „Notre Dame“ – wenig erkennt. Dafür aber ist die abgebildete Person im Vorderg
rund (ich) gut zu erkennen.
Die zweite Möglichkeit ist jene mehr Augenmerk auf das Gebäude zu legen (siehe unteres Bild – Sacre Coeur). Der Partner oder die Partnerin im Vordergrund sind nahezu unkenntlich.
Und dann besteht noch eine dritte Möglichkeit – nämlich eine Postkarte zu kaufen.
So kann er was verzählen.
D'rum nahm ich meinen Stock und Hut
Und tät das Reisen wählen ….
(Matthias Claudius)
Den Stock habe ich zu Hause gelassen, weil ich keine Freundin des Nordic Walking Sports bin. Den Hut sowie Schal und Handschuhe habe ich nach Paris mitgenommen, denn die Quecksilbersäule im Thermometer reichte kaum über Null.
Ich kann von meiner Reise nach Paris etwas erzählen, aber eigentlich will ich mich nur über jene Touristen berichten, die vor den Sehenswürdigkeiten eine Bezugsperson platzieren, quasi als Wir-waren-wirklich-dort-Garantie.
Als Tourist/in habe ich einige Möglichkeiten eine Sehenswürdigkeit zu fotografieren. Die erste ist, den Partner oder die Partnerin vor der Sehenswürdigkeit zu platzieren, sodass man die abgebildete Person gut erkennt. Also so wie auf dem oberen Foto hier. Das Problem bei dieser Art der Darstellung ist, dass man von dem Gebäude - in unserem Fall „Notre Dame“ – wenig erkennt. Dafür aber ist die abgebildete Person im Vorderg
Die zweite Möglichkeit ist jene mehr Augenmerk auf das Gebäude zu legen (siehe unteres Bild – Sacre Coeur). Der Partner oder die Partnerin im Vordergrund sind nahezu unkenntlich.
Und dann besteht noch eine dritte Möglichkeit – nämlich eine Postkarte zu kaufen.
Samstag, 13. Dezember 2008
The's 1. Witz
Freitag, 28. November 2008
Alle Jahre wieder .....
…… kommt das Christuskind. Doch bevor es überhaupt kommen kann, verkauft Eduscho edle Waren an seine edlen Kunden, jene Menschen nämlich, die ihre Weihnachtsgeschenke bei Eduscho besorgen. Schon eine paradoxe Geschichte, wenn ein Kaffeeröster quasi als Goodie edle Waren zum kleinen Preis verkauft.
Ich sehe Familie Wiener bereits vor meinem geistigen Auge. Herr Wiener (auch Papa oder Opa genannt) trägt heute nicht seinen Adidas-Jogginganzug aus dem Excalibur in Klein Haugsdorf, sondern den herrlich bequemen Homewearanzug (schwarz, in weicher Nickiqualität, EUR 19,99). Er sitzt an seinem Sekretär mit abschließbarer Schublade und ausziehbarer Tischplatte (in bewährter TCM-Qualität, antikkbraun, EUR 249,--) und beschreibt mit Stil aber verkrampften Fingern die neu erstandenen Tischkärtchen. Er verwendet für die Beschriftung seine Kaligraphiefeder aus seinem Kaligraphieset (ein edles Weihnachtsgeschenk aus dem Vorjahr). Koarl, Peda, Mitzi, Woiferl, Helli, usw. kritzelt er in windschiefen Blockbuchstaben auf den edlen Karton. Danach steckt er sie in die dafür vorgesehenen kronenförmigen Tischkartenhalter (goldfarben mit Glitzer, EUR 9,99). Kaum fertig, ruft er in Richtung Küche, in der seine liebe Gattin, Frau Wiener (vulgo Mama oder Oma) mit den letzten Vorbereitungen für das Weihnachtsessen beschäftigt ist. „Geh Mama, bring ma bittschön no a Bier und a urndliches Kriaglglasl. Die Pantographie-Gläser mit den aufwändigen Ornamenten aus Kristallglas (spülmaschinengeeignet, 6 Stück, EUR 19,99) san zwoa sche zum Anschauen, aber es passt nix eine.“ Mama erscheint mit dem gewünschten Getränk im Türrahmen. Über ihre festlich feminine Seidenbluse mit dem hohem Tragekomfort (95% Seide, 5% Elasthan (LYCRA®), nachtblau, EUR 24,99) hat sie eine mit lustigen Kaffeerezepten bedruckte Küchenschürze (100 % Baumwolle, braun-beige, EUR 8,99) gebunden. „Aber Papa, was erzählst denn schon wieder? Des sind doch Aperitiv-Gläser und keine Biergläser. Ich hob doch extra für heit Obend an Martini kauft, wia eam der Clooney Schurl immer in da Werbung trinkt.“ „Na hoffentlich hamma genug Eiswürferl daham, weil sonst is finster mim Nachwuchs, hahahaha“, lacht Herr Wiener anzüglich.
Ich sehe Familie Wiener bereits vor meinem geistigen Auge. Herr Wiener (auch Papa oder Opa genannt) trägt heute nicht seinen Adidas-Jogginganzug aus dem Excalibur in Klein Haugsdorf, sondern den herrlich bequemen Homewearanzug (schwarz, in weicher Nickiqualität, EUR 19,99). Er sitzt an seinem Sekretär mit abschließbarer Schublade und ausziehbarer Tischplatte (in bewährter TCM-Qualität, antikkbraun, EUR 249,--) und beschreibt mit Stil aber verkrampften Fingern die neu erstandenen Tischkärtchen. Er verwendet für die Beschriftung seine Kaligraphiefeder aus seinem Kaligraphieset (ein edles Weihnachtsgeschenk aus dem Vorjahr). Koarl, Peda, Mitzi, Woiferl, Helli, usw. kritzelt er in windschiefen Blockbuchstaben auf den edlen Karton. Danach steckt er sie in die dafür vorgesehenen kronenförmigen Tischkartenhalter (goldfarben mit Glitzer, EUR 9,99). Kaum fertig, ruft er in Richtung Küche, in der seine liebe Gattin, Frau Wiener (vulgo Mama oder Oma) mit den letzten Vorbereitungen für das Weihnachtsessen beschäftigt ist. „Geh Mama, bring ma bittschön no a Bier und a urndliches Kriaglglasl. Die Pantographie-Gläser mit den aufwändigen Ornamenten aus Kristallglas (spülmaschinengeeignet, 6 Stück, EUR 19,99) san zwoa sche zum Anschauen, aber es passt nix eine.“ Mama erscheint mit dem gewünschten Getränk im Türrahmen. Über ihre festlich feminine Seidenbluse mit dem hohem Tragekomfort (95% Seide, 5% Elasthan (LYCRA®), nachtblau, EUR 24,99) hat sie eine mit lustigen Kaffeerezepten bedruckte Küchenschürze (100 % Baumwolle, braun-beige, EUR 8,99) gebunden. „Aber Papa, was erzählst denn schon wieder? Des sind doch Aperitiv-Gläser und keine Biergläser. Ich hob doch extra für heit Obend an Martini kauft, wia eam der Clooney Schurl immer in da Werbung trinkt.“ „Na hoffentlich hamma genug Eiswürferl daham, weil sonst is finster mim Nachwuchs, hahahaha“, lacht Herr Wiener anzüglich.
Gerade in diesem Moment kündigt das Klingeln an der Wohnungstür die Gäste – nämlich Sohn und Schwiegertochter samt Enkelkind - an. Frau Wiener kann gerade noch rechtzeitig die komfortablen Hausschuhe aus weißem Plüsch (Größe 37/38 und 39/40 mit rutschfester Sohle, EUR 9,90) vorbereiten, als sie auch schon von Woiferl, Helli und Omis Sonnenschein Klein Julian begrüßt wird. Alle haben sich in Schale geworfen. Nicht nur an Weihnachten trägt Woiferl das neue Oberhemd mit dem klassischen Kentkragen aus merzerisierter reiner Baumwolle und mit 2 Rückenfalten für mehr Bewegungsfreiheit (blau, 40 Grad Feinwäsche , EUR 15,99). Seine Ehefrau Helene (bevorzugt Helli gerufen) hüllt sich heute Abend in die transparente Wickeltunika aus dem Stoff, aus dem Weihnachtsträume sind. (100 % Polyester, Satinoptik, EUR 9,99) Der Klein Julian stürzt sofort zu seinem Opa und das erste der sechs Pantographie-Gläser findet seinen Weg in den Müll. „Setzt’s Euch hin Kinder“, lädt Herr Wiener seine Gäste ein. „Na wo hin schon? Kennt’s net lesen? Fia wos hob i eich Tischkarterln gschrieben?“ Und zu seiner Gattin: „I hobs da jo glei gsogt Mama, die kennen si net aus, die Proleten.! Aber wos i di no fragen wollt Mama, soll i die Fetz von die Sesseln wegnehmen oder lass mas drauf, weil die Gfrasta eh imma alles anpatzn.!“ „Also Papa ich bitte dich red kann Bledsinn – die Fetzn - wie du sagst – bleiben drauf, weil das sind Stuhlhussen aus edlem Material mit seidigem Glanz. Unsere Stühle zeigen sich von ihrer eleganten Seite (100 % Polyester, EUR 19,99)“, korrigiert Frau Wiener den Gatten.
Nun ist auch schon Zeit für das Weihnachtsessen. Der Erdäpfelsalat steht bereits auf dem Tisch, fehlen nur noch der panierte Kabeljau samt dem gebackenen Karpfen. Als Nachtisch und weil Weihnachten ist, packt Mama aus der Anrichte den Schokoladenbrunnen mit der zum Dahinschmelzen einfachen Bedienung, zum Dippen von Gebäck oder Früchten (Mit Überhitzungsschutz, 240 Watt, EUR 39,90). Da schmatzt auch der kleine Julian, obwohl er eigentlich schon sehnsüchtig auf das Christkind wartet.
Lange wird seine Geduld nicht auf die Probe gestellt, denn Opa verschwindet im Nebenzimmer und schon bald ertönt das zarte Läuten der elektronischen Christkindklingel (in Messingoptik, EUR 7,99) und die Tür wird wie von Zauberhand geöffnet. Dahinter erstrahlt im hellen Glanz von tausenden künstlichen Kerzen (Lichterkette X-mas, inkl. 4 Ersatzglühbirnchen, EUR 12,99) der künstliche Christbaum (Dänische Silbertannenoptik, 98% Polyester, 2% Elastan, 150 cm, EUR 29,90) und lässt nicht nur Kinderherzen höher schlagen. Auch die Erwachsenen haben glänzende Augen, wenn Opa die „Semino-Rossi-singt-Weihnachtslieder-CD) in den CD-Player legt (inkl. Autogramm und Liedtexten, EUR 5,99) und unterstützen Semino (argentinische Königspudeloptik, Goldene Stimmgabel, Stadlgeprüft) mit fröhlichem Gesang.
Nach 40 Liedern ist endlich Zeit die Geschenke auszupacken. Frau Wiener freut sich besonders über das Mitbringsel der Kinder. Endlich hat auch sie einen Kerzenlöscher und kann ohne Rauch und Wachsspritzer ihre Kerzen löschen (Hochglänzend vermessingt, EUR 6,99) Papa Wiener ist auch nicht leer ausgegangen. Für ihn hat das Christkind ein Geschenk in Sachen Tragekomfort eingepackt. Zwei Stück Slipboxer in perfekter Passform durch Elasthan. Kein Einschnüren durch besonders weichen Gummibund. (97% Viskose (TENCEL®), 3% Elasthan (LYCRA®), EUR 9,99) und einen superleichten und weichen Herren-Microfaser-Pyjama, nicht nur für die Heilige Nacht, in Größe S, obwohl er viel eher Größe XL benötigte, um seinen Bierbauch zu wärmen. Aber die Hose ist mit einem weitenregulierbarem Gummibund ausgestattet (antrazith-grau, EUR 9,90). Für die liebe Helli lag unter dem Christbaum ein Bügel-BH mit gedoppelten Cups, verstellbaren Trägern und 3fach verstellbarem Häkchenverschluss. Softer Tüll mit feiner Spitze in rauchblau (40 Grad – Wäsche, EUR 13,99), damit sie wegen der durchsichtigen Wickeltunika keinen Wickel mit dem Woiferl hat. Dieser muss an diesem Weihnachten keineswegs auf ein luxuriöses Geschenk verzichten, denn sein Packerl enthält einen „Stummen Diener“ So einen eleganten Ordnungshüter mit Kleiderbügel, Hosenbügel und Ablagefläche aus Pappelholz. (inkl. Bodenschoner und Montagematerial, EUR 49,90) hat Woiferl sich immer schon gewünscht. Der kleine Julian hat anstelle einer Weihnachtskarte die Arschkarte gezogen. Denn unter dem Weihnachtsbaum lag für ihn schön verpackt ein Hunde-Anorak mit Klettverschluss, das Winteroutfit für Dackel, Terrier & Co. Die abnehmbare Kapuze hat einen Zierfellkragen und eine Halsbandhaken-Öffnung (Bordeauxrot mit Kronenstickerei, EUR 22,99) Ja, leider gab es heuer bei Eduscho keine Geschenke für Kinder – Sorry Julian!
Nach der großen Bescherung setzen sich alle wieder an die elegant gedeckte Tafel. Herr Wiener wendet sich mit feuchten Augen an seine geliebte Gattin: „ So Mama, und jetzt mochst uns allen an guaten Kaffee – aber an von Nespresso bitte.“
Mittwoch, 19. November 2008
Österreichischer Fußball
Dass Österreich nicht die erfolgreichste Fußballnation der Welt ist, wissen wir Liebhaber des runden Leders sehr genau. Da gibt es nichts daran zu rütteln. Die österreichische Nationalmannschaft kann mit jenen anderer europäischer Länder nicht mithalten und seien die Staaten auch noch so klein. Langsam aber sicher gehen die Sparring-Partner aus, denn keine Fußballmannschaft möchte sich der Peinlichkeit aussetzen, gegen das österreichische Nationalteam zu verlieren, obwohl die Chance zu verlieren zwar nur zu einem ganz kleinen Prozentsatz besteht – aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Gegen Frankreich war so eine Ausnahme.
Heute am Abend findet wieder einmal ein Freundschaftsspiel der österreichischen Nationalmannschaft statt. Diesmal hat sich die Türkei bereit erklärt Österreich zu besiegen. Im Vorfeld zu diesem Spiel werden die guten Ratschläge der bierbäuchigen Laientrainer lauter. Sie vergleichen ihr eigenes armseliges Arbeitsumfeld mit dem der Sportler und ziehen so ihre Schlüsse. Da melden sich Menschen zu Wort, die unter den Spielern Arbeitsverweigerer erkennen, die meinen, dass beim Training der Spaßfaktor fehle und überhaupt sollten Fußballer leistungsbezogen bezahlt werden. Ihre Weisheiten beziehen sie aus kleinformatigen und bunten Tageszeitungen, welche Halbwahrheiten und Gerüchte als bare Münze verkaufen. Sie versuchen gar nicht einmal weiter als über ihre Schuhspitze zu blicken und vielleicht größere Zusammenhänge zu erkennen.
Heute am Abend findet wieder einmal ein Freundschaftsspiel der österreichischen Nationalmannschaft statt. Diesmal hat sich die Türkei bereit erklärt Österreich zu besiegen. Im Vorfeld zu diesem Spiel werden die guten Ratschläge der bierbäuchigen Laientrainer lauter. Sie vergleichen ihr eigenes armseliges Arbeitsumfeld mit dem der Sportler und ziehen so ihre Schlüsse. Da melden sich Menschen zu Wort, die unter den Spielern Arbeitsverweigerer erkennen, die meinen, dass beim Training der Spaßfaktor fehle und überhaupt sollten Fußballer leistungsbezogen bezahlt werden. Ihre Weisheiten beziehen sie aus kleinformatigen und bunten Tageszeitungen, welche Halbwahrheiten und Gerüchte als bare Münze verkaufen. Sie versuchen gar nicht einmal weiter als über ihre Schuhspitze zu blicken und vielleicht größere Zusammenhänge zu erkennen.
Wenn diese Fernsehsesselcoaches unter sich blieben und bei der Arbeit oder am Stammtisch mit ihresgleichen diskutierten, hätte ich echt kein Problem damit. Leider teilen Sie ihre Meinung auch der breiten Öffentlichkeit mit. Sie posten in diversen Sportforen im Internet und rufen bei call-in-shows im Radio an. Auf diesem Wege kommen sie in meine Gefilde und es macht mich rasend. Denn meine Devise ist: Jeder soll eine Meinung haben, aber er muss nicht um jeden Preis damit hausieren gehen.
Auch ich mache mir meine Gedanken über das österreichische Nationalteam, aber ich werde mich hüten dem Teamchef ins Handwerk zu pfuschen. Der soll im stillen olmützer Kämmerchen nachdenken, wie er unsere tapferen Recken zu Höchstleistungen antreiben kann.
Sonntag, 9. November 2008
La bella nussi
Wimperntusche gibt es nicht mehr. Um mir heutzutage die Wimpern zu färben, muss ich Mascara verwenden. Wenn das „la bella nussi“ noch erleben könnte! Die würde doch glatt vor Neid verblassen. Allein die Beinamen der modernen Mascaras könnten Lexika füllen. Long life, Ultra Volume, Volume Artist, No Limits Power Boost, High Definition Lashes Brush Then Comb, Generous Mascara Extreme Lash Thickener, Spectacular Long Lash Mascara, etc. Und wenn ich mir erst die Wimpern der Models auf den Werbeplakaten ansehe, frisst mich glatt der Neid, denn egal welche Wimperntusche ich auch benutze – meine Wimpern sehen niemals so aus, wie die der Models. Das kommt wohl daher, dass die Qualität der Mascaras unverändert blieb. Allein die Qualität der digitalen Bildbearbeitung wurde in den letzten Jahren verbessert.
Donnerstag, 6. November 2008
Unser read!!ing room wurde 6 Jahre
Am 31. Oktober 2002 öffnete der read!!ing room seine Pforte, deren Gitter damals noch grau und rostig waren. Wir gaben eine Baustellen-Weltspartags-Halloween-Party in den notdürftig renovierten Räumen. Seinerzeit konnten wir uns nicht vorstellen, wie lange wir die Räumlichkeiten behalten werden. Wir wussten nicht, welche Veranstaltungen beim Publikum ankommen werden und welche nur uns interessierten. Im Nachhinein betrachtet meine ich, dass dieses Phänomen nur den Göttern bekannt ist. Wenn ich den read!!ing room mit großen Fernsehproduktionen vergleiche, die viel mehr kosten aber trotzdem nach kürzester Zeit aus dem Programm genommen und gekübelt werden, denke ich, dass meine Theorie stimmt.
Meist nach einer Veranstaltung, bei der kein einziger Zuschauer zu uns fand, stellen wir uns in Frage, diskutierten wir das Zusperren, das Aufgeben, die endgültige Schließung. Doch dann erinnere ich mich an jene Momente in den letzten 6 Jahren, die mich mit großer Freude und Stolz erfüllten. Es macht mir Spaß, wenn wir die Einrichtung ein bisschen verändern und die Räume wieder anders aussehen. Es macht mich glücklich, wenn ich den Applaus der Gäste höre und ein Lächeln auf Ihren Gesichtern sehe. Ich bin zufrieden, wenn wir ein Theaterstück ansehen, von dem ich weiß, dass es im read!!ing room einstudiert wurde. Aber auch wenn eine Performance - wie die Aktion "Hugo Hütchenspieler"- einfach nur eine "Riesenhetz" war, bin ich froh, dass es den read!!ing room gibt und verwerfe den Gedanken an eine Schließung ganz schnell.
Auf diesem Wege bedanke ich mich bei allen Personen , die den read!!ing room unterstützten und unterstützen, sei es durch Spenden oder durch Taten.
Danke!
Krisengebiet
Vor dem Allerheiligen-Wochenende fragte ich meinen Kollegen Alex, was er denn so die nächsten Tage vorhabe. Er antwortete: "Ich bleibe daheim und verkriech' mich unter der Decke?" Ich (sehr erstaut): "Aber es ist doch schönes Wetter angesagt, da gehst gar nicht raus?" Alex: "Nein, sicher nicht. Ich wohne doch im Krisengebiet!" Ich: "Ach ja und wo!? " Er: "Beim Zentralfriedhof."
Donnerstag, 24. Juli 2008
Die Entdeckung von Amerika
Peter Rosegger
Is amol an Mon g'wen, der hat an Oar kina stehn lass'n. Hat Kolumbas ghoass'n. Sogg zu den amal da Kini von Schbanien: »Kolumbas«, sogga, »mechst nit so guat sein und Amerika entdäicken!« »O jo«, sogg da Kolumbas, »däis kimmb ma grod recht. Ih bin jo da Kolumbas.«
»So gib ih dar a Schiff«, sogg da Kini, »säitz dih amal drauf und fahr zua!« Guat ist's. Da Kolumbas säitzt sih affi, a poar andri säitzn sih a zuhi, aft fahrn's zua.
Nach a drei Tagn kimmb vom Schiffsschnabl da Steurmon ins Kammerl zan Kolumbas und sogg: »Kolumbas, ih g'siach nouh nix ka Land net.« »’s Oar steht a nouh net«, sogg da Kolumbas, »fahrn ma weiter!« In vierten Toag kimmb er wieda vom Schnabl' da Steurmon, husi rennt er ins Kammerl zan Kolumbas: »Du, Kolumbas, ih g'siach nouh aliaweil nix ka Land net.« »’s Oar steht a nouh net«, sogg da Kolumbas, »fahra ma weiter!« A sou geht's nouh fuat a Stucka zehn Toag.
Da kimmb stad dar Steurmon daher: »Kolumbas, ih g'siach Land!« »Han ih däs nit allaweil g'sogg« sogg da Kolumbas, »mein Oar steht ah.« Wia's nachha drauf afs Land fahrn' da sein afn fäistn Boudn lauta schwarze Mandla umglaffn.
»Guatn Morgen!« sogg da Kolumbas, »valaub z'fragn: is däis Amerika?« »Ja freili«, sagn die Schwarzn. »Und säids es d'Neger?«
»Ja freili«, sagn's' »däis san ma' und du bist g'wiß da Kolumbas.« »Stimmt«, sogg da Kolumbas. »Saggra - mentscha« schrein die Schwarzn, »mir sein entdäickt!«
»So gib ih dar a Schiff«, sogg da Kini, »säitz dih amal drauf und fahr zua!« Guat ist's. Da Kolumbas säitzt sih affi, a poar andri säitzn sih a zuhi, aft fahrn's zua.
Nach a drei Tagn kimmb vom Schiffsschnabl da Steurmon ins Kammerl zan Kolumbas und sogg: »Kolumbas, ih g'siach nouh nix ka Land net.« »’s Oar steht a nouh net«, sogg da Kolumbas, »fahrn ma weiter!« In vierten Toag kimmb er wieda vom Schnabl' da Steurmon, husi rennt er ins Kammerl zan Kolumbas: »Du, Kolumbas, ih g'siach nouh aliaweil nix ka Land net.« »’s Oar steht a nouh net«, sogg da Kolumbas, »fahra ma weiter!« A sou geht's nouh fuat a Stucka zehn Toag.
Da kimmb stad dar Steurmon daher: »Kolumbas, ih g'siach Land!« »Han ih däs nit allaweil g'sogg« sogg da Kolumbas, »mein Oar steht ah.« Wia's nachha drauf afs Land fahrn' da sein afn fäistn Boudn lauta schwarze Mandla umglaffn.
»Guatn Morgen!« sogg da Kolumbas, »valaub z'fragn: is däis Amerika?« »Ja freili«, sagn die Schwarzn. »Und säids es d'Neger?«
»Ja freili«, sagn's' »däis san ma' und du bist g'wiß da Kolumbas.« »Stimmt«, sogg da Kolumbas. »Saggra - mentscha« schrein die Schwarzn, »mir sein entdäickt!«
Diesen kurzen Text habe ich vor kurzer Zeit entdeckt und finde ihn einfach großartig. Diese Skurrilität hätte ich Rosegger niemals zugeordnet. All jene, die den Text gerne auf "stoastäirisch" hören wollen, rufen bitte diesen Link auf:
Dort befindet sich auch die hochdeutsche Übersetzung - sollten Sie das eine oder andere Wort nicht verstehen.
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Montag, 7. April 2008
Assoziationen
Kaum wieder in Venedig angekommen entschließt sich Commissario Guido Brunetti noch vor dem Besteigen des Vaporettos seinen Cafe Coretto heiß zu trinken, denn die Zusammenarbeit mit seinem österreichischen Kollegen Kommissar Rex war durchaus zufrieden stellend. Erst nachdem Brunettis altes Leiden – die Inkontinenz – wieder ausbrach, pinkelte er Rex ans Bein. Lex Barkers Probleme bei seiner Interpretation des Tarzan inspirieren Helmut Pechlarner und er hält hochoffiziell um die Hand der Mutter der Nation an. Die Orang Utan – Dame Nonja, verleugnet ihre Vorfahren, die aus Borneo stammende Unterart Pongo pygmäus pygmäus und verweigert Helmut den Zutritt zu ihrer Kemenate mit dem exakt pointierten Ausspruch in äffisch gefärbten Schönbrunner deutsch: „My Cage is my Castle“.
Darüber erzürnt reisst sich Queen Elisabeth II im 3. Speisezimmer des Buckinghampalastes ihre neueste ascoter Hutkreation vom königlichen Haupt und beträufelt sich die Schläfen mit Diana mit Menthol. Das tut wohl.
Wohl oder übel bedauert Hans Krankl seine Äußerung betreffend Rostige Flügel aus zweiter Hand bei seinem Besuch bei den Borchert’s, denn draußen vor Borchert’s Tür gesteht er sich selbst und auch dem Rest der heimischen Fußballwelt, dass er Wolfgang Schüssels Chellospiel nur teilweise nachsynchronisiert hat und dass das Land des Lächelns der Synchronschwimmerinnen nur auf dem brandneuen Donaulandatlas zu finden ist, die Lugner-City hingegen nicht.
Auch dem Wunsch Cissy Kraner’s nach einem neuen Vorderzahn kann weder von Ferdinand, der ihr den Zahn ausschlug noch von einem gewissen Nowak, der Cissy angeblich nicht verkommen lässt, stattgegeben werden. Denn der Bruderzwist im Hause Henkel zwischen den streitbaren Brüdern Meister Proper und Weißer Riese, die sich erst vor kurzem in die Haare kriegten, konnte noch immer nicht geschlichtet werden und so kann der G’schupfte Ferdl wieder keine frischen Socken anziehen, was ihm auf dieselben geht, denn er strebt Perfektion an, wenn er in die Perfektion geht. Er gibt im Bazar eine Annonce auf, mit der er Oskar Bronner beweisen will, dass dessen Vater Gerhard den Standard im Cabaret Fledermaus nur dann halten kann, wenn er die transsylvanischen Gepflogenheiten denen der Siebenbürger anpasst, was ihm auch mit Hilfe von Bram Stoker gelingt. Bram Stoker auch bekannt durch seine Diätassistenz. Sein größter Erfolg gelang ihm in Zusammenarbeit mit dem Michelinmännchen, dass pro Woche 1,5 Atü verlor.
Mit dem Song „It was a very Goodyear“ setzt Frank Sinatra der Pneumatik ein Denkmal mit dem nicht einmal Prof. Udo Jürgens mithalten kann, da sich die Schlagerbranche ihrer eigentlichen Berufung zu entziehen versucht, indem sie sich einerseits der Gastronomie in Form von Schlag -obers, andererseits dem Sport im Form vom Schlägern z.B. Tennischlägern und letztendlich der Medizin – Schlag nach bei Schlagerl – zuwendet. Eine gloriareiche Kombination aus allen drei Abarten gelang Bischof Kurt Krenn mit seiner Therorie über die heilige Dreifaltigkeit, einer besonders vielfältigen Falttechnik mit Origami – Charakter, deren Erfinderin Yoko Ono niemals ohne Papierservietten ihre Pilzköpfe auf den Esstisch des Yellow Submarine bringt. Lenin und Stalin hingegen nehmen ihr Mittagessen am liebsten am roten Platz ein, dessen Erbauer Winnetou, Häuptling der Apachen und Freund sonstiger Rothäute seinem Blutsbruder Old Shatterhand in Gestalt einer Pierre-Brice-Spitze widmete. Da sprach der alte Häuptling der Indianer: „Gus Bacchus, iss nicht immer Sauerkraut, sonst wird dir deine Braut die Edeltraud am Ende noch mit dem Brunetti durchbrennen.
Darüber erzürnt reisst sich Queen Elisabeth II im 3. Speisezimmer des Buckinghampalastes ihre neueste ascoter Hutkreation vom königlichen Haupt und beträufelt sich die Schläfen mit Diana mit Menthol. Das tut wohl.
Wohl oder übel bedauert Hans Krankl seine Äußerung betreffend Rostige Flügel aus zweiter Hand bei seinem Besuch bei den Borchert’s, denn draußen vor Borchert’s Tür gesteht er sich selbst und auch dem Rest der heimischen Fußballwelt, dass er Wolfgang Schüssels Chellospiel nur teilweise nachsynchronisiert hat und dass das Land des Lächelns der Synchronschwimmerinnen nur auf dem brandneuen Donaulandatlas zu finden ist, die Lugner-City hingegen nicht.
Auch dem Wunsch Cissy Kraner’s nach einem neuen Vorderzahn kann weder von Ferdinand, der ihr den Zahn ausschlug noch von einem gewissen Nowak, der Cissy angeblich nicht verkommen lässt, stattgegeben werden. Denn der Bruderzwist im Hause Henkel zwischen den streitbaren Brüdern Meister Proper und Weißer Riese, die sich erst vor kurzem in die Haare kriegten, konnte noch immer nicht geschlichtet werden und so kann der G’schupfte Ferdl wieder keine frischen Socken anziehen, was ihm auf dieselben geht, denn er strebt Perfektion an, wenn er in die Perfektion geht. Er gibt im Bazar eine Annonce auf, mit der er Oskar Bronner beweisen will, dass dessen Vater Gerhard den Standard im Cabaret Fledermaus nur dann halten kann, wenn er die transsylvanischen Gepflogenheiten denen der Siebenbürger anpasst, was ihm auch mit Hilfe von Bram Stoker gelingt. Bram Stoker auch bekannt durch seine Diätassistenz. Sein größter Erfolg gelang ihm in Zusammenarbeit mit dem Michelinmännchen, dass pro Woche 1,5 Atü verlor.
Mit dem Song „It was a very Goodyear“ setzt Frank Sinatra der Pneumatik ein Denkmal mit dem nicht einmal Prof. Udo Jürgens mithalten kann, da sich die Schlagerbranche ihrer eigentlichen Berufung zu entziehen versucht, indem sie sich einerseits der Gastronomie in Form von Schlag -obers, andererseits dem Sport im Form vom Schlägern z.B. Tennischlägern und letztendlich der Medizin – Schlag nach bei Schlagerl – zuwendet. Eine gloriareiche Kombination aus allen drei Abarten gelang Bischof Kurt Krenn mit seiner Therorie über die heilige Dreifaltigkeit, einer besonders vielfältigen Falttechnik mit Origami – Charakter, deren Erfinderin Yoko Ono niemals ohne Papierservietten ihre Pilzköpfe auf den Esstisch des Yellow Submarine bringt. Lenin und Stalin hingegen nehmen ihr Mittagessen am liebsten am roten Platz ein, dessen Erbauer Winnetou, Häuptling der Apachen und Freund sonstiger Rothäute seinem Blutsbruder Old Shatterhand in Gestalt einer Pierre-Brice-Spitze widmete. Da sprach der alte Häuptling der Indianer: „Gus Bacchus, iss nicht immer Sauerkraut, sonst wird dir deine Braut die Edeltraud am Ende noch mit dem Brunetti durchbrennen.
Donnerstag, 3. Januar 2008
"Don Juan de la Mancha ", Robert Menasse
Soeben habe ich mit einem Schmunzeln den Roman "Don Juan de la Mancha oder Die Erziehung der Lust" von Robert Menasse zu Ende gelesen und den Buchdeckel zugeklappt. Doch bevor ich das Buch ins Regal stelle, werde ich es mit besonderer Freude weiterempfehlen. Ich bin keine Rezensentin sondern nur eine begeisterte Leserin, der der Roman ausnehmend gut gefallen hat.
Auf irgendeine Weise kommt mir vor, als wäre ich Teil des Romans. Die Möglichkeit bestünde. Ich bin Wienerin - der Roman spielt in Wien. Viele der beschriebenen Orte und Örtlichkeiten sind mir bestens bekannt. Der Protagonist ist in etwa in meinem Alter. Bin ich vielleicht mit Nathan in den Kindergarten oder in die Schule gegangen. Oder war ich eine seiner Frauen? Eine, an die er sich beim Fruchtwasserwannenbad nicht mehr so gut erinnert.
Unvergesslich für mich wird jedenfalls die Szene bleiben, in der Nathan für ein persönliches Horoskop von Madame Piroska seine Mutter nach seiner Geburtsstunde befrägt. Die Antwort - nämlich 6:30 Uhr - zieht sich über zwei Seiten.
Mehr will ich auch schon nicht mehr verraten - einfach lesen!
Mittwoch, 5. Dezember 2007
Rudolfine
Die mächtigen Eisschollen am Südpol drohen zu schmelzen. Hektik liegt in der klaren kalten Luft. Die Pinguine tragen Ihren besten Frack und die Coca-Cola Eisbären bürsten ihr weißes Fell bis es wunderbar glänzt und binden sich den rot-grün gepunkteten Wollschal um. Vor dem Eispalast treten sieben Rentiermädchen unter der Leitung von Rudolfine zur Morgengymnastik an. In roten Jogginganzügen und kessen tannengrünen Legwarmers dehnen sie ihre Muskeln und laufen sich warm und geschmeidig. Mit lauten Hopp Hopp Mädels Rufen feuert Rudi – wie Rudolfine von allen gerufen wird - die übrigen Rentiere an. Nicht lange kann sie sich mit den Turnübungen beschäftigen. Sie übergibt an Geraldine, denn gleich muss sie in die Morgen-besprechung im Oktogon, dem achteckigen Sitzungssaal des Eispalastes. Galoppierend nimmt sie gleich fünf Stufen auf einmal und gelangt so sehr atemlos vor die Eingangstür. Sie wischt sich die Schweißtropfen von der Stirn und betritt den nach Zimt und Mandel duftenden Raum. Auch die anderen Stellenleiterinnen sind pünktlich eingetroffen. Rudi ist wie meistens die letzte, aber noch ist der Sitzplatz auf dem mit rotem Samt bespannten Ohrensessel frei. Puhh gerade noch geschafft.
Sie begrüßt Matella, die der Abteilung BAPORA vorsteht, was soviel wie BArbie und POwer RAngers bedeutet. „Na wie geht’s? Alles soweit fertig?“ „Ja, ja alles bestens Rudi. Die neue geschiedene Barbie kommt beim Publikum bestens an.“ Das verstehe ich nicht ganz, denn die sieht doch ganz normal aus – irgendwie nichts Besonderes und trotzdem ist sie viel teurer als die Prinzessinnen Barbie und die Arielle Barbie.“ „Ja das ist schon richtig Rudi. Sie sieht zwar nicht besonders aus, aber wenn du eine geschiedene Barbie bestellst, kriegst du die zwei Kinder, das Auto und das Haus von Ken gratis dazu.“ Hihihi! Ach so, ich verstehe Matella, das ist natürlich wirklich ein tolles Angebot, das du dir da ausgedacht hast. Gratuliere!
Während sie noch weiter plaudern gesellt sich Nintenda von der Abteilung Computerspiele zu den beiden. Auch sie weiß einiges zu berichten. „Also das könnt ihr euch gar nicht vorstellen, wie es sich bei uns abspielt. Bei uns ist der Teufel los. Ups, ich meine es ist total viel zu tun. Zuerst hatten wir Verzögerung bei Lara Croft 8 und Madonna the Game, weil die afrikanischen Produzenten der kleinen schwarzen Spielfiguren in Lieferschwierigkeiten kamen. Dafür aber arbeitet die Produktion von WOK Tag und Nacht – so groß ist die Nachfrage.“ „WOK kenne ich noch gar nicht. Ich kenne nur WOW (World of Warcraft)“, erkundigt sich Rudi und Nintenda erklärt: „Na das ist doch das Nachfolgespiel. Es heißt World of Kaufkraft. Es scheint als würde dieses Spiel noch süchtiger machen, darum legen wir auch gleich eine weltweite Liste von den entsprechenden Selbsthilfegruppen bei und einen Scheck für 10 Therapiestunden.“ „Na das klingt ja wirklich sehr interessant. Vielleicht bestelle ich mir auch eines für die langweilige Zeit im Sommer. Da kann ich …“
Mitten im Satz hält sie inne, weil Donatella in ihr Blickfeld gelangt war. Sie rümpfte ihre rote Rentiernase, was ihren Gesprächspartnerinnen nicht unbemerkt blieb. „Was ist denn jetzt wieder passiert, Rudi? Sie hat dir doch gar nichts getan, was hast du nur gegen Donatella?“ Na pass nur gut auf Matella, gleich kommt sie zu uns rüber und erklärt mir welch scheußliche Prozeduren mich noch schöner machen könnten. Nicht nur, dass ich mir die Lippen vergrößern lassen und das Fell im Leopardenmuster färben soll, meint sie auch ich sollte meinen Po vergrößern lassen. Und der allerletzte Schrei seien rasierte Beine. Kannst du dir ein Rentier mit nackten Beinen vorstellen. Ist ja völliger Schwachsinn.“ Ich gebe dir ja prinzipiell Recht, Rudi, aber es ist eben ihre Aufgabe in der Abteilung „Die wunderbare Welt der schönen Frauen, gibt Matella zu bedenken.“ So viele Naturschönheiten wie du immer behauptest, gibt es nicht auf dieser Welt und deshalb hat sie auch jede Menge zu tun. Cremes für die Augen-, Mund- und Stirnfalten, eine Creme für das Dekolleté und Schwanenweiß für die Hände, Bodylotion und Fußcreme. Danach folgen die Düfte und abschließend noch die Kleidung. „Hallo meine lieben Mauerblümchen!“, begrüßt Donatella ihre Kolleginnen. Viel habt ihr für eure Schönheit heute morgen noch nicht unternommen, zumindest sehe ich nichts davon. Ich hingegen habe mich für unsere Morgenbesprechung zu Recht gemacht. In meinen Lippen ruht ein neuer Hauch von Botox und mein wogender Busen wurde erst vorgestern frisch unterfüttert. HoHoHo!!! „Mein lieber Schwan“, meint Rudi beim Blick auf Donatellas Hände, „langsam aber sicher wirst du zum Kunstobjekt und wir müssen dich bei Christie’s versteigern lassen.“ „Sei nicht sarkastisch,“ widerspricht Matella.
Die Gespräche der Abteilungsleiterinnen nehmen ein jähes Ende, als sich die Tür des Aufzuges öffnet, der nur zur Chefetage führt. Stille herrscht im Oktogon. Die Person im Lift hat dem Publikum den Rücken zugekehrt. Ein roter Samtumhang verhüllt die schmalen Schultern. Das Haupt versteckt sich unter einer mit weißem Pelz verbrämten Kapuze. Plötzlich ein Trommelwirbel – das Cape umweht den Körper, als sich die Person abrupt umdreht. Mit einer sehr eleganten Handbewegung entfernt sie die Kapuze vom Kopf und strahlt in die Menge. Ein Scheinwerfer mit rötlichem Licht leuchtet die Aufzugskabine aus. Und nun wird auch der Umhang durch ein ausladendes Ausbreiten der Arme geöffnet.
Rudi bleibt vor Staunen der Mund offen stehen. Ihr Blick fällt auf ein dunkelrotes gut ausgefülltes Samtmieder, das am Dekolleté und im Schritt mit dunkelgrünen Stechpalmenzweigen aus Spitze verziert ist. Ein schwarzer Lackgürtel umschließt die schlanke Taille. Die wohlgeformten Beine stecken in hochhackigen schwarzen Lackstiefeln, die weit über die Knie reichen. Erst jetzt wagt Rudi das Gesicht zu betrachten. Der Bart ist verschwunden und das lange weiße Haar wurde zu einer barocken Perückenfrisur hochgesteckt. Anstelle der buschigen weißen Augenbrauen wölbt sich ein silbriger Streifen über die blitzenden blauen Augen. Die üppigen kirschroten glänzenden Lippen öffnen sich leicht und sinnlich und lassen freie Sicht auf die colgate-weißen Zahnreihen. Dann endlich ertönt mit gewohnt sonorer Stimme das fröhliche HoHoHo und der Weihnachtsmann steigt aus dem Lift und begrüßt seine Mitarbeiterinnen mit den Worten: Ja, ja meine Lieben! Auch ich war im vergangenen Jahr nicht untätig. Ich habe ein wenig an meiner Persönlichkeit gearbeitet!
Sie begrüßt Matella, die der Abteilung BAPORA vorsteht, was soviel wie BArbie und POwer RAngers bedeutet. „Na wie geht’s? Alles soweit fertig?“ „Ja, ja alles bestens Rudi. Die neue geschiedene Barbie kommt beim Publikum bestens an.“ Das verstehe ich nicht ganz, denn die sieht doch ganz normal aus – irgendwie nichts Besonderes und trotzdem ist sie viel teurer als die Prinzessinnen Barbie und die Arielle Barbie.“ „Ja das ist schon richtig Rudi. Sie sieht zwar nicht besonders aus, aber wenn du eine geschiedene Barbie bestellst, kriegst du die zwei Kinder, das Auto und das Haus von Ken gratis dazu.“ Hihihi! Ach so, ich verstehe Matella, das ist natürlich wirklich ein tolles Angebot, das du dir da ausgedacht hast. Gratuliere!
Während sie noch weiter plaudern gesellt sich Nintenda von der Abteilung Computerspiele zu den beiden. Auch sie weiß einiges zu berichten. „Also das könnt ihr euch gar nicht vorstellen, wie es sich bei uns abspielt. Bei uns ist der Teufel los. Ups, ich meine es ist total viel zu tun. Zuerst hatten wir Verzögerung bei Lara Croft 8 und Madonna the Game, weil die afrikanischen Produzenten der kleinen schwarzen Spielfiguren in Lieferschwierigkeiten kamen. Dafür aber arbeitet die Produktion von WOK Tag und Nacht – so groß ist die Nachfrage.“ „WOK kenne ich noch gar nicht. Ich kenne nur WOW (World of Warcraft)“, erkundigt sich Rudi und Nintenda erklärt: „Na das ist doch das Nachfolgespiel. Es heißt World of Kaufkraft. Es scheint als würde dieses Spiel noch süchtiger machen, darum legen wir auch gleich eine weltweite Liste von den entsprechenden Selbsthilfegruppen bei und einen Scheck für 10 Therapiestunden.“ „Na das klingt ja wirklich sehr interessant. Vielleicht bestelle ich mir auch eines für die langweilige Zeit im Sommer. Da kann ich …“
Mitten im Satz hält sie inne, weil Donatella in ihr Blickfeld gelangt war. Sie rümpfte ihre rote Rentiernase, was ihren Gesprächspartnerinnen nicht unbemerkt blieb. „Was ist denn jetzt wieder passiert, Rudi? Sie hat dir doch gar nichts getan, was hast du nur gegen Donatella?“ Na pass nur gut auf Matella, gleich kommt sie zu uns rüber und erklärt mir welch scheußliche Prozeduren mich noch schöner machen könnten. Nicht nur, dass ich mir die Lippen vergrößern lassen und das Fell im Leopardenmuster färben soll, meint sie auch ich sollte meinen Po vergrößern lassen. Und der allerletzte Schrei seien rasierte Beine. Kannst du dir ein Rentier mit nackten Beinen vorstellen. Ist ja völliger Schwachsinn.“ Ich gebe dir ja prinzipiell Recht, Rudi, aber es ist eben ihre Aufgabe in der Abteilung „Die wunderbare Welt der schönen Frauen, gibt Matella zu bedenken.“ So viele Naturschönheiten wie du immer behauptest, gibt es nicht auf dieser Welt und deshalb hat sie auch jede Menge zu tun. Cremes für die Augen-, Mund- und Stirnfalten, eine Creme für das Dekolleté und Schwanenweiß für die Hände, Bodylotion und Fußcreme. Danach folgen die Düfte und abschließend noch die Kleidung. „Hallo meine lieben Mauerblümchen!“, begrüßt Donatella ihre Kolleginnen. Viel habt ihr für eure Schönheit heute morgen noch nicht unternommen, zumindest sehe ich nichts davon. Ich hingegen habe mich für unsere Morgenbesprechung zu Recht gemacht. In meinen Lippen ruht ein neuer Hauch von Botox und mein wogender Busen wurde erst vorgestern frisch unterfüttert. HoHoHo!!! „Mein lieber Schwan“, meint Rudi beim Blick auf Donatellas Hände, „langsam aber sicher wirst du zum Kunstobjekt und wir müssen dich bei Christie’s versteigern lassen.“ „Sei nicht sarkastisch,“ widerspricht Matella.
Die Gespräche der Abteilungsleiterinnen nehmen ein jähes Ende, als sich die Tür des Aufzuges öffnet, der nur zur Chefetage führt. Stille herrscht im Oktogon. Die Person im Lift hat dem Publikum den Rücken zugekehrt. Ein roter Samtumhang verhüllt die schmalen Schultern. Das Haupt versteckt sich unter einer mit weißem Pelz verbrämten Kapuze. Plötzlich ein Trommelwirbel – das Cape umweht den Körper, als sich die Person abrupt umdreht. Mit einer sehr eleganten Handbewegung entfernt sie die Kapuze vom Kopf und strahlt in die Menge. Ein Scheinwerfer mit rötlichem Licht leuchtet die Aufzugskabine aus. Und nun wird auch der Umhang durch ein ausladendes Ausbreiten der Arme geöffnet.
Rudi bleibt vor Staunen der Mund offen stehen. Ihr Blick fällt auf ein dunkelrotes gut ausgefülltes Samtmieder, das am Dekolleté und im Schritt mit dunkelgrünen Stechpalmenzweigen aus Spitze verziert ist. Ein schwarzer Lackgürtel umschließt die schlanke Taille. Die wohlgeformten Beine stecken in hochhackigen schwarzen Lackstiefeln, die weit über die Knie reichen. Erst jetzt wagt Rudi das Gesicht zu betrachten. Der Bart ist verschwunden und das lange weiße Haar wurde zu einer barocken Perückenfrisur hochgesteckt. Anstelle der buschigen weißen Augenbrauen wölbt sich ein silbriger Streifen über die blitzenden blauen Augen. Die üppigen kirschroten glänzenden Lippen öffnen sich leicht und sinnlich und lassen freie Sicht auf die colgate-weißen Zahnreihen. Dann endlich ertönt mit gewohnt sonorer Stimme das fröhliche HoHoHo und der Weihnachtsmann steigt aus dem Lift und begrüßt seine Mitarbeiterinnen mit den Worten: Ja, ja meine Lieben! Auch ich war im vergangenen Jahr nicht untätig. Ich habe ein wenig an meiner Persönlichkeit gearbeitet!
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